Wie der säende Bauer aus seinem beutelartigen Schurz im Gehen gute Saat auf die Erde streut, dieses Bild kann man heute wie damals gut nachvollziehen. Beim Evangelisten Markus findet sich das Gleichnis in Kapitel 4, Verse 1 bis 9. In den Versen 10 bis 20 erklärt es Jesus dann: Die Saat ist das Wort Gottes und der Acker, das ist unser Herz.
Er ist vierfach gestaltet. Stellen wir uns dazu folgende Fragen:

1. Vielleicht - Sind wir Wegemenschen?

„Ein Teil der kostbaren Saat fällt auf den harten Weg…“

… über den rollt der tägliche Verkehr hinweg. Die Saat bleibt an der Oberfläche liegen, kann nicht aufgehen und in den harten Weg eindringen. Und die Vögel kommen und picken sie weg.

So geht es auch der Saat des Wortes Gottes, die Jesus, der Sämann ausstreut. Sie kann nicht in den harten Herzensboden eindringen. Außerdem fliegen noch viele hungrige Vögel am Himmel, die die Saat begierig fressen. Wir fragen uns: „Wie heißen diese Vögel?“ Das sind nicht unsere gefiederten Freunde sondern unsere mit Problemen beladenen Gedanken, die durch unseren Kopf fliegen. Diese Vögel nehmen sofort die kostbare Gottessaat aus unserem Herzen. Wir vergessen sofort, was wir gehört haben.

2. Oder - Sind wir Felsenmenschen?

„Einiges fiel auf felsigen Boden…“

Die Saat geht schnell auf, aber in der Hitze der Sonne verdorrt sie, da keine Feuchtigkeit, keine Nahrung und keine tiefen Wurzeln vorhanden sind. So geht es auch den Felsenmenschen. Sie sind Feuer und Flamme und folgen Jesus nach.
Aber - sobald sie um Christi willen angefochten und verfolgt werden, verlieren sie das Interesse am geistlichen Leben.
Denn - diese Felsenmenschen sagen „Ja“ zu Jesus mit dem Verstand aber nicht mit dem Herzen. Buße und Hingabe fehlen, der Herzensfelsen ist noch nicht gebrochen. Sie wollen das Heft ihres Lebens in der Hand behalten.

3. Oder - Gehören wir zu den Dornenmenschen?

„Und einiges fiel unter die Dornen.“

Dornen sind auch auf diesem Ackerfeld. Die Saat wird von den Dornen erstickt. Sie bringt keine Frucht. So auch die Dornenmenschen. Sie sind gefangen in den Verlockungen dieser Welt, sehnen sich nach Ansehen und Reichtum, suchen den sexuellen Reiz. Die geistliche Saat erstickt, bleibt ohne Frucht in ihrem Leben.

4. Vielleicht aber - Sind wir Menschen mit einem guten Herzensboden?

„Und einiges fiel auf gutes Land.“

Die Saat fällt auf die aufgelockerte dunkle, fruchtbare Erde. Sie bringt Frucht hervor,
30-fach, 60-fach, 100-fach!
So auch bei den Menschen mit gutem Herzensboden. Sie nehmen jeden Tag das Wort Gottes mit Freuden auf. Ihr Herz ist durch tägliche Buße und Hingabe aufnahmebereit (Micha 6, 8). Diese Menschen achten nicht auf ihre Gefühle sondern sie vertrauen den Zusagen ihres Herrn (2. Korinther 1, 20). Sie folgen Jesus den ganzen Tag „Ganz, gern und gleich!“ (Modersohn). Diese Leute leben in enger Lebensgemeinschaft mit Jesus (Johannes 15, 5+7). Im Aufblick auf Jesus vertrauen sie ihrem Herrn, dass er in ihnen - und durch sie - beides wirkt, das Wollen und das Vollbringen (Philipper 2, 13 + 4,13; Galater 2,20). So sind sie ein gutes Land, bringen durch Glauben und Gehorsam Frucht für die Ewigkeit (Galater 5, 22).

Wo stehe ich?

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