Jemand hat sich einmal Gedanken darüber gemacht, wie es wohl wäre, wenn z.B. ein Eingeborener aus dem Hochland von Neu-Guinea in der Adventszeit nach Deutschland käme. Noch nie zuvor hatte er etwas von Weihnachten gehört. Was für ein Urteil würde er sich über unser Machen und Tun wohl bilden? Staunend geht er durch die Geschäftsstraßen einer Großstadt. In den Schaufenstern und auf den Tischen türmen sich die Waren. Alles ist geschmückt mit Tannen, Engelchen und Lametta. In den Straßen und Häusern, überall sieht er Kerzen und Lichter. Dazwischen auf Bildern oder in Lebensgröße aus Kunststoff, ist oft ein alter Mann mit rotem Mantel und weißem Bart zu sehen. Die Menschen eilen mit vollen Tragetaschen zu den Parkplätzen. Viele tragen einen Baum, den sie zu Hause aufstellen wollen. Die Feiertage verbringt der Neu-Guinese in einer deutschen Durchschnittsfamilie: Kaum zu ertragen, was dort seinem Magen zugemutet wird. Danach wird ihm dann die Frage gestellt, was das denn nun für ein Fest gewesen sei. Seine Antwort: Es handele sich wohl um Gedenktage für einen ehrwürdigen Mann, dessen Vorbild zum Kaufen anrege. Der Mann sei wohl Förster gewesen wegen der Tannen. Er könne aber auch Nachtwächter gewesen sein, weil man ihm zu Ehren Kerzen anzünde. Aber der alte Herr könne sich freuen, wenn seinetwegen besonders viel gekauft, gegessen und getrunken würde. Aber das Kind ist verdrängt! Wer das Ursprüngliche des Christfestes wieder entdecken will, der muss sich auf das Kind besinnen. Es war ja nicht irgendein Kind, sondern der Sohn Gottes. Und der Prophet Jesaja sagte nicht: Es ist ein Kind geboren, sondern „UNS ist ein Kind geboren.“ Und die Engel sagten zu den Hirten nicht: Es ist heute der Heiland geboren, sondern „EUCH ist heute der Heiland geboren.“ In der Krippe liegt der, der durch seine Passion und Auferstehung zum Retter der Welt wurde. Er bewirkt, dass Menschen Frieden mit Gott haben können. Lassen Sie sich die Chance echter Festfreude nicht entgehen und beten Sie: „Komm, o mein Heiland Jesus Christ, mein’s Herzens Tür dir offen ist. Ach zieh mit deiner Gnade ein!“

Klaus Dörrie

UNS ist ein Kind geboren

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