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Flug AB6361

Flug AB6361 Hannover-München. Wir heben pünktlich um 6:20 Uhr ab. Die Maschine schiebt sich in den tristen Novemberhimmel. Mich fasziniert es immer wieder, wie alles kleiner wird, man den Überblick bekommt. Rechtskurve über dem Kraftwerk und schon kann man ganz Hannover daliegen sehen. Die Scheinwerfer der Autos bewegen sich als Doppel-Leuchtpunkte an den aufgereihten gelben Leuchtpunkten der Straßenlampen entlang. Verblüffend, was in den Straßen Hannovers um diese Zeit schon los ist. Die Wolkendecke über uns kommt langsam näher und bald umgibt uns der fliegende Nebel. Aber nur kurz, denn plötzlich wird es hell. „Eigentlich logisch, dass es über den Wolken schon heller ist, als darunter“, denke ich. „Irgendwo hier wird jetzt wohl bald die Sonne aufgehen.“ Ja, es gibt einen Bereich, da ist es deutlich heller als anderswo. Schon zeigt sich ein ganz dünner goldener Streifen am Horizont. Langsam wird er immer heller und breiter. Es dauert nicht lange und er dominiert das gesamte Bild. Aus dem Grau oben wird ein strahlendes Blau, die Wolkendecke darunter wird schneeweiß und dazwischen dieser leuchtende Streifen, wie aus flüssigem Gold. Und dann ist sie da! Erst bin ich unsicher, aber bald sieht man deutlich, wie der Streifen in der Mitte einen Buckel kriegt. Es ist die Oberkante der aufgehenden Sonne. Was dann passiert ist grandios. Eine gleißende Helligkeit erfasst den Himmel vollständig. Binnen kürzester Zeit ist ein gutes Stück des Kreises zu sehen und wo man eben noch hineinsehen konnte, da tut es jetzt schon in den Augen weh. Strahlend blau wölbt sich das Firmament darüber und immer stärker ist das Brennen dieses Energieballs. Bald muss ich die Abdunkelung am Fenster herunterziehen, wenn ich nicht ständig geblendet werden will. Dass ich für das frühe Aufstehen mit einem derartigen Schauspiel entschädigt werde, das habe nicht erwartet.

Alle Menschen kennen und kannten Sonnenaufgänge unabhängig davon, wann und wo sie leben bzw. lebten. Jeden Tag schenkt der Schöpfer diesen Anblick neu. Wie viele Gedichte und Lieder wurden schon dazu verfasst. Die Parallele, die mir spontan in den Kopf kommt ist: Wie wird es wohl sein, wenn Jesus wiederkommt. Der wird alles überstrahlen. Und es ist dann ja so, dass die Menschen diesen Sonnenaufgang noch nicht kennen, die Wiederkunft des Herrn wird wie der erste Sonnenaufgang sein. Wenn jemand eigentlich immer nur die Nacht kannte, muss das der absolute Hammer sein, wenn die Sonne aufgeht. Natürlich war die Nacht erleuchtet, aus Häusern schien es hinaus, die Straßen waren gut zu erkennen dank der Straßenlampen und die Autofahrer sahen genug um ihren Weg zu finden. Aber wenn die Sonne aufgeht, dann wird das so überwältigend sein, dass jede Lampe dagegen wie ein Nichts wirkt. So wird es sein, wenn Jesus wiederkommt. Er wird alles überstrahlen. Was vorher im Dunkeln lag, wird plötzlich deutlich sein. Jede Diskussion, ob es die Sonne überhaupt gibt, wird zu Ende sein. Er wird die Quelle für Licht und Wärme sein. Leid und Tod werden zu Ende sein und es werden „paradiesische Zustände“ anbrechen. „Da wird der Wolf zu Gast sein bei dem Lamm und der Panther bei dem Böcklein lagern. Kalb und Junglöwe weiden beieinander, und ein kleiner Knabe leitet sie. Kuh und Bärin werden sich befreunden, und ihre Jungen werden zusammen lagern; der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind. Und der Säugling wird am Loch der Otter spielen…“ sagt der Prophet Jesaja  (Kap. 11, Verse 6-8a) in der ihm eigenen Wortgewalt. Und Jesus wird da sein, überall. „Und alle Zungen werden bekennen, dass er der Herr ist.“ sagt Paulus.

Schlimm aber, dass es solche geben wird, die das auch erkennen, aber nicht auf der Seite des Wiedergekommenen dabei sein werden. Über das erste Kommen des Herrn schreibt Johannes: „Das wahre Licht, das jedem Menschen leuchtet, kam in die Welt. Er kam in das Seine, und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Diejenigen, die ihn aber aufnahmen, gab er das Anrecht darauf, Gottes Kinder zu werden.“ (Johannes 1, 9, 11+12a) Auch wenn seine Leute mit allen Anderen noch in der Dunkelheit sitzen, sie haben auf jeden Fall eine echte Ahnung von dem Licht, das bald aufgehen wird, denn in ihnen leuchtet es schon. Jesus möchte, dass er noch ganz vielen Menschen als DAS LICHT aufgeht, bevor er wiederkommt.

(G.E.)

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