Wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. (2. Korintherbrief, Kap. 3 Vers 17)

Toller Vers, oder? Klingt wie tiefes Durchatmen nachdem man aus einer dunklen, stickigen Kammer nach draußen kommt, wie das Wegsprengen von Fesseln, wie mit dem Cabrio durch die Landschaft sausen.

Und so meint der Apostel Paulus das auch. Wenn man den Zusammenhang liest, in dem der Vers steht, dann wird deutlich: Es geht um die herrliche Freiheit, die ein Mensch erlebt, wenn er das Evangelium versteht. „Jesus ist kommen, nun springen die Bande, Stricke des Todes, die reißen entzwei. Unser Durchbrecher ist nunmehr vorhanden. Er, der Sohn Gottes, der machet recht frei.“ heißt es in einem wunderschönen Kirchenlied. Freiheit wovon? Von der Sünde, klar. Aber das ist wohl für heutige Ohren eine zu salbungsvolle und altertümliche Formulierung. Also, was heißt das konkret?

Wenn Jesus mich befreit hat, können mich keine Zwänge mehr beherrschen. Kennen Sie das auch? Ich tue immer wieder Dinge, von denen ich eigentlich überzeugt bin, dass sie nicht okay sind. Und das ärgert mich. Da gibt es was, was mich nach unten zieht. Dagegen komme ich nicht an. Oder die Sache mit der Zeit. Davon habe ich nie genug. Ich kann die schönsten Dinge genießen und bin doch so oft unzufrieden. Die Erklärung: Es gibt einen Sklaventreiber in der unsichtbaren Welt, den Gegenspieler Gottes, den Teufel. Aber Jesus ist stärker. Er hat am Kreuz vor etwa 2000 Jahren vollendete Tatsachen geschaffen und Freiheit gebracht von der Herrschaft des Teufels. Wer ihm die Not seines Lebens anvertraut, kann echte Freiheit erleben.

Der König David betet: „Ich juble vor Freude, weil du mich liebst. Dir ist meine Not nicht entgangen; du hast erkannt, wie niedergeschlagen ich bin. Du hast mich vor meinen Feinden bewahrt; jetzt bin ich frei, zu gehen, wohin ich will.“ (Psalm 31, Verse 8 und 9) So redet einer, der von Gott befreit wurde. Bei Jesus entsteht eine Freiheit, die man bisher so nicht kannte, aber auch eine neue Bindung. Aber diese neue Freundschaft mit Jesus hat nichts gemein mit der alten Unfreiheit. Ein kleiner Junge geht an der Hand des Vaters durch den Wald. Sie bewundern gemeinsam die Vögel, die Pflanzen, die Tiere. Dabei zeigt der Vater dem Jungen, dass es auch giftige Pilze gibt, und wie man sie von den anderen unterscheidet. So ist die neue Bindung an Jesus. Wenn die zwei dann zusammen Pilze sammeln, ist das für den Jungen etwas Wunderschönes. Niemand würde auf die Idee kommen, diese Bindung zwischen den beiden mit der eines Sklaven zu vergleichen, der in den Wald zum Pilze sammeln geschickt wird, ohne dass man ihm geholfen hat, giftige von ungiftigen Pilzen zu unterscheiden. Und wehe, er bringt giftige mit und ist nicht rechtzeitig wieder zurück. Natürlich kann der Sklave frei entscheiden, wo er sucht und wann er ein Päuschen macht. Aber er hat die Knute im Nacken.

Durch Jesus frei gemacht zu sein, an seiner Hand durchs Leben zu gehen, dankbar ihm zu dienen, zu wissen wohin mit meiner Schuld, klar zu sehen, wofür ich lebe und wo ich nach dem Tode sein werde, das ist echte Freiheit. Und die möchte Jesus jedem schenken.

(G.E.)

Echte Freiheit

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