„Wenn der Herr nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen. Wenn der Herr nicht die Stadt behütet, so wacht der Wächter umsonst.“ (Psalm 127, Vers 1)

Ein steiles Wort, der Monatsspruch für den September. Und der Psalmist, es ist der König Salomo, setzt noch eins drauf: „Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und hernach lange sitzet und esset euer Brot mit Sorgen; denn seinen Freunden gibt er es im Schlaf.“ (Vers 2)

Das ist Weisheit pur! Der König Salomo, so berichtet die Bibel, war der weiseste Mensch überhaupt. Und diese Weisheit war - und ist - Gottes Weisheit.

Aber passt das noch in unsere Zeit? „Wieso?“ fragt einer „mein Haus habe ich selbst gebaut. Klar, nicht direkt, ich habe den Architekten und die Handwerker bezahlt. Aber mit dem Geld, das ich mit meiner eigenen Kraft verdient habe.“ „Ich habe zwar kein Haus,“ sagt ein anderer „ich wohne zur Miete. Aber die bezahle ich pünktlich, von meinem Geld. Mir braucht niemand was zu schenken. Und die Stadt behüten? Dazu gibt’s bei uns die Polizei, die Feuerwehr, die Bundeswehr, die Nato, sie wissen schon...“

Trotz solcher Einwände: Der König Salomo bringt die echten Verhältnisse auf den Punkt. Ist es mein Verdienst, dass ich gesund bin, es uns wirtschaftlich gut geht, der Staat, in dem ich lebe, mir Freiheit, äußeren Frieden, und Sicherheit gibt? Das könnte völlig anders sein. Gott, der es nicht nötig hätte, schenkt das alles. Aus Gnade. Und umsonst. Die eigentlich wichtigen Dinge kann man nicht selber machen.

Es ist unwichtig, ob ich selbst mein Leben für gelungen halte, wesentlich ist, dass es aus Gottes Sicht gelingt. Denn Gott hat eine sehr viel weiter gehende Perspektive für mein Leben. Er sagt, dass man nach dem Tod weiterlebt (z.B. im Johannesevangelium, Kap. 6, Vers 51). Er möchte, dass ich die Ewigkeit mit ihm verbringe. Und deshalb muss ich ihn machen lassen, ihn das Haus meines Lebens bauen lassen. Dann gelingt es.

Die eigentlich wichtigen Dinge kann man nicht selber machen. Aber Gott kann. Und er verschenkt sie, sie sind also umsonst. Das größte Geschenk hat er uns Menschen vor über 2000 Jahren gemacht: Er selbst wurde Mensch. Seitdem ist klar, wie Gott ist und welch großes Geschenk er jedem machen möchte, nämlich die Freundschaft mit ihm.

Aber er stellt Bedingungen. Weil er Gott ist, darf er das. Wir müssen nämlich von unserem hohen Ross runter, einsehen, dass wir nicht alles selber machen können. Bei den eigentlich wichtigen Dingen merken wir das ja auch. Das „hohe Ross“ wird in der Bibel „Sünde“ genannt, etwas verbrannt, dieses Wort, aber trotzdem richtig. Jesus hat mit seinem Tod am Kreuz die Strafe getragen, die auf Sünde steht (siehe z.B. Römer 6, Vers 23). Und das ist das eigentliche Geschenk: Jesus bringt uns mit Gott in Ordnung. Es ist so leicht, das anzunehmen. Und es ist umsonst.

(G.E.)

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